Besucherinnen und Besucher unterwegs im Nationalpark Schwarzwald. Foto: Simone Stübner/Nationalpark

Wie Wildnis wirkt: Menschen im Fokus der Forschung

Die Forscherinnen und Forscher im Nationalpark Schwarzwald interessieren sich nicht nur für die Natur - sondern genauso für den Menschen. Zum Beispiel für die Erwartungen, die Bürgerinnen und Bürger in der Region an den Nationalpark vor ihrer Haustür haben, und dafür, welche Gäste aus Deutschland und der ganzen Welt mitbringen. Wie stellen sich die Gäste Wildnis eigentlich vor - und wie erleben sie sie dann tatsächlich bei einem Besuch im Nationalpark? Möchten sie Informationen und Erfahrungen sammeln, den wilder werdenden Wald aktiv begreifen - oder sich vielleicht einfach erholen? Den Nationalpark als Ruheoase im hektischen Alltag genießen? Eine Oase, in der die Besucherinnen und Besucher Kontrolle abgeben können und den Rhythmus der Natur erleben, der ganz anders getaktet ist als der der Wirtschaft. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich auch damit beschäftigen, ob sich der Einfluss von solchen Tempowechseln, von Erholungsphasen auf die Gesundheit vielleicht sogar messen lässt. Und wie verändern sich Bilder und Ansprüche mit der Zeit? Viele spannende Fragen, denen das Team des sozialwissenschaftlichen Forschungsbereichs im Nationalpark unter der Leitung von Dr. Britta Böhr in den kommenden Jahren nachgehen wird. Sie können sich auch aktiv daran beteiligen, zum Beispiel wenn Sie für eine Studie am Telefon befragt werden, sich auf unserer Mitmach-Plattform mit Ihren eigenen Fragen und Wünschen einbringen - oder auf dieser Seite verfolgen, wie sich die Forschungsprojekte entwickeln. Natürlich dürfen Sie sich beim Lesen und Anschauen der Bilder aber auch einfach erholen...

Oase der Erholung: Wie gesund der Wald sein kann

Erholungspause im Nationalpark. Foto: Hans-Peter Matt

Wissenschaftliche Studien zeigen ganz klar: Natur und Bewegung beeinflussen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen positiv. Interessant ist es natürlich, diese Grundsätze noch ein bisschen näher zu erforschen und dadurch auch besser zu verstehen. So wird Dr. Kerstin Ensinger, die im Nationalpark für den Bereich Gesundheit und Erholung verantwortlich ist, mit ihrem Team beispielsweise untersuchen, welche Waldteile besonders erholsam empfunden werden. Wie sich Wildnis auswirkt. Und auch, wie allen Interessierten ein Weg zu solchen Erfahrungen geöffnet werden kann.

Mehr zum Thema Erholung und Gesundheit sowie passende Veranstaltungen finden Sie hier.

Bilder vom Park - und wie sie sich verändern

Der Sperlingskauz, die kleinste Eule Europas, ist das Makottchen des Nationalparks. Foto: Arne Kolb

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, weiß der Volksmund. Aber welche Bilder haben die Menschen in der Region und die Gäste aus aller Welt vom Nationalpark Schwarzwald im Kopf? Welche Erwartungen an Wald und Wildnis sind damit verknüpft? Und was passiert mit den Bildern im Kopf, wenn sie auf echte Erfahrungen in der Natur treffen, die den Nationalpark ganz anders begreifen lassen? Wovon werden die Bilder schließlich noch beeinflusst und wie verändern sie sich im Laufe der Zeit? Viele Fragen, denen das Forschungsteam der sozialwissenschaftlichen Abteilung im Nationalpark Schwarzwald in den kommenden Jahren nachgehen wird. Den Anfang machte Ende vergangenen Jahres schon mal eine erste Pilotstudie zur Akzeptanz mit 1500 Telefoninterviews - die Ergebnisse werden im Moment noch ausgewertet.

Mehr zur Pilotstudie erfahren Sie hier.

Den großen Fahrplan mitgestalten

120 Gäste nahmen an den Führungen zru Zonierung teil, hier am Buhlbachsee. Foto: Carmen Richter/Nationalpark

In den kommenden vier Jahren entsteht der Nationalparkplan, eine Art Betriebshandbuch für den Nationalpark Schwarzwald, in dem so wichtige Themen wie das Wege-, Verkehrs- oder Tourismuskonzept und das Borkenkäfermanagement festgeschrieben werden. Daran sind neben der Nationalparkverwaltung und ihren beiden Gremien, Nationalparkrat und -beirat, natürlich jede Menge Expertinnen und Experten beteiligt. Genauso wichtig wie deren Fachwissen sind uns aber die Anregungen, Meinungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in der Region. Das Forscherteam der sozialwissenschaftlichen Abteilung kümmert sich auch darum, wie die Öffentlichkeit möglichst gut an diesem spannenden Prozess beteiligt werden kann. Von Führungen über Vorträge bis zum Onlineforum gibt es viele Möglichkeiten, die zum Einsatz kommen und ausgewertet werden. Wir freuen uns, wenn Sie Lust haben, den Nationalpark nicht nur zu erleben, sondern auch ein bisschen mitzugestalten.

Mehr zum Thema Mitmachen

Mehr zum Nationalparkplan

Zum Onlineforum zum Nationalparkplan.

Impulsgeber für die Region

Der Nationalpark ist ein Teil der Region - nicht nur geographisch, er ist auch in ökologischer, wirtschaftlicher, politischer und kultureller Hinsicht eng mit seinem Umfeld verbunden. Im Bereich des Tourismus loten die Gemeinden in seiner Nachbarschaft bereits aus, ob und wie sie sich unter der Marke Nationalparkregion zusammenfinden können - auf der Tourismusmesse CMT im Januar 2015 haben sie sich bereits mit einem gemeinsamen Messestand präsentiert. Die Forscherinnen und Forscher im Nationalpark werden in den kommenden Jahren auch untersuchen, welche unterschiedlichen Impulse der Nationalpark - auch in wirtschaftlicher Hinsicht - für die Region geben kann, welche Veränderungen sich hier beobachten lassen.

Endbericht Regionalökonomische Effekte des Tourismus im Nationalpark Schwarzwald

Veranstaltungen 2015

2. Oktober 2015
Mensch und Natur – Die Wahrnehmung des Nationalparks durch die Menschen
Die Diskussion um die Gründung eines Nationalparks in Baden-Württemberg hat gezeigt, dass es beim Nationalpark Schwarzwald um mehr geht als nur Natur bzw. Naturschutz: um eine von Menschen erlebte, genutzte und sich verändernde Umwelt. Auf Grundlage wissenschaftlicher Studien wird der Fachbereich 3 aktuelle Ergebnisse vorstellen und diskutieren.
Veranstaltungsort: Seminarraum Ruhestein
Referentinnen: Dr. Britta Böhr (Leiterin FB 3), Dr. Gabriela Christoph, Dr. Kerstin Ensinger und Dr. Kerstin Botsch

12. bis 15 Oktober 2015
Psychologie und Naturschutz: "Naturerleben und Achtsamkeit"
Leitung und Konzeption: Dr. Kerstin Ensinger

Kooperationsveranstaltung mit dem Bundesamt für Naturschutz, der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg/Br. und der Universität Leipzig auf der Insel Vilm
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Hier finden Sie die Dokumentation zur Veranstaltung.

30. Oktober 2015
Trinationale Fachtagung "NaturErholung - grenzenlos" in Weil am Rhein
Vortrag Dr. Kerstin Ensinger zum Thema: Natur im Spannungsfeld zwischen
Bewahrung und Erholung
Laden Sie sich hier den Flyer zur Veranstaltung herunter.