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Einzigartiges intensives Borkenkäfermonitoring im Nationalpark Schwarzwald

Thomas Waldenspuhl präsentiert ein überlebensgroßes Borkenkäfermodell, Jörg Ziegler zeigt einen Behälter mit echten Borkenkäfern
20.07.2017

Vom umfangreichen Borkenkäfermanagement des Nationalparks konnten sich zahlreiche Pressevertreter am 19. Juli im Schönmünztal überzeugen. Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl und der Leiter des Fachbereichs Wald und Naturschutz, Jörg Ziegler, stellten dort die verschiedenen Maßnahmen des Borkenkäfermanagements vor.

Im Mittelpunkt der heutigen Presseführung im Schönmünztal stand das Borkenkäfermanagement in den verschiedenen Zonen des Nationalparks. Vom Treffpunkt in Baiersbronn-Zwickgabel ging es durch den Pufferstreifen in die Entwicklungszone des Nationalparks. Dabei erläuterte Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl zunächst die unterschiedlichen Zonen des Nationalparks: „In der Kernzone gilt ganz klar das Motto: Natur Natur sein lassen. In der Entwicklungszone greifen wir als Nationalparkverwaltung dagegen noch steuernd ein, bevor in einigen Jahren auch hier die Natur das Ruder ganz übernehmen wird. Auf Dauer unter menschlichem Einfluss bleibt aber die Managementzone.“

Eine große Rolle spiele dabei das Borkenkäfermanagement. „Die Erfahrung, die wir hier sammeln, sowie die ständige Weiterentwicklung und Forschung zum Borkenkäfermanagement gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg sind nicht nur wichtig für den Nationalpark, sondern vielleicht noch viel wichtiger für alle Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im ganzen Land. Nicht nur diese sondern die meisten forstlichen Praktikerinnen und Praktiker profitieren davon“, so Waldenspuhl zur Bedeutung des Borkenkäfermanagements.

Unter Leitung des Landesbetriebs ForstBW haben die Nationalparkverwaltung, die angrenzenden Forstbehörden und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ein ausgeklügeltes Verfahren entwickelt, mit dem die Käfer in Schach gehalten und die umliegenden Wälder geschützt werden. Im 500 Meter breiten Pufferstreifen, der zum Teil in der Managementzone und zum Teil auf dem Gebiet des den Nationalpark umgebenden Staatswaldes liegt, wird intensiv nach Borkenkäfern gesucht. Von April bis September kontrollieren 50 Waldarbeiter*innen von ForstBW und Nationalpark wöchentlich die Fichten im Pufferstreifen.

Vom Käfer befallene Bäume werden dabei schnell entfernt. Kontrolliert wird mit moderner, GPS-gestützter Technik, die schnelle Informationen und ein rasches Reagieren auf Borkenkäferbefall ermöglicht. „Dieses Verfahren ist einmalig“, erklärte der Leiter des Fachbereichs Wald und Naturschutz, Jörg Ziegler, „damit stellen wir sicher, dass der Borkenkäfer sich nicht auf die umliegenden Wälder ausbreiten kann.“

Dieses „reguläre Borkenkäfermanagement“ – im Pufferstreifen – hat sich bereits seit 2014 bewährt. Anfang Juli hat der Nationalparkrat nun das Modul Waldmanagement verabschiedet. In diesem wird nun zusätzlich ein „situatives Borkenkäfermanagement“ – in der Entwicklungszone – eingeführt. Ziel dieses zusätzlichen Borkenkäfermanagements ist es, den Pufferstreifen auf Dauer funktionsfähig zu erhalten. Es erfolgt nach Bedarf und soll den Aufbau eines waldbaulich optimalen Pufferstreifens innerhalb der nächsten 30 Jahre gewährleisten.

Und genau dieses situative Borkenkäfermanagement demonstrierte die Nationalparkverwaltungen am heutigen Tag in der Entwicklungszone. Die trockene und warme Witterung der letzten Wochen hatte dem Borkenkäfer gute Fortpflanzungsmöglichkeiten geboten. Im Schönmünztal sind dadurch an einigen Stellen Fichten befallen worden. An einer Stelle kommt derzeit das situative Borkenkäfermanagement zum Einsatz, um so eine Beeinträchtigung des waldbaulich optimalen Aufbaus des Pufferstreifens ausschließen zu können.

Jörg Ziegler zeigte vor Ort, wie dabei die Borkenkäferflächen erfasst und gemeinsam mit der FVA bewertet werden. „Anhand der erhobenen Daten und der aktuellen Populationsentwicklung der Borkenkäfer beurteilt die FVA, ob eine Massenvermehrung des Käfers möglich sein könnte oder ausgeschlossen werden kann“, führte Ziegler aus, „auf Basis dieser Analyse entscheidet dann die aus allen wichtigen regionalen Bezugsgruppen zusammengesetzte Arbeitsgruppe, wo, wann und in welchem Umfang das Borkenkäfermanagement durchgeführt wird.“

Entsprechend dieser Festlegung werden dann die befallenen Fichten gefällt und sofort abtransportiert. „Damit entziehen wir dem Käfer den Brutraum und er kann sich nicht mehr weiter ausbreiten. So sorgen wir in der Entwicklungszone dafür, dass der waldbaulich optimale Aufbau des Pufferstreifens von ForstBW und dem Nationalpark in den nächsten 30 Jahren gewährleistet ist. Dieser ist damit bestens gewappnet, um die umliegenden Wälder auf Dauer vor dem Borkenkäfer zu schützen“, so Thomas Waldenspuhl.

Wird der Pufferstreifen durch die Borkenkäfer in der Entwicklungszone nicht bedroht, bleiben Borkenkäferflächen unbehandelt – je näher diese an der Kernzone liegen, desto größer dürfen diese ausfallen. So gelingt es dem Nationalpark, die Zielsetzungen „Prozessschutz“ und „Schutz der umliegenden Wälder“ miteinander zu vereinbaren.

Zum Schluss erläutert Jörg Ziegler den gerade im Schönmünztal stattfindenden Versuch der FVA zur Ausbreitung des Borkenkäfers: „Unter kontrollierten Bedingungen wird hier untersucht, wie der Borkenkäfer sich ausbreitet und welche Rolle dabei Landschaftssilhouetten, Windrichtung, Tageszeiten und das Baumalter spielen. Hierfür werden die Käfer farbig markiert und nach einiger Zeit wieder eingefangen. Bisher wurden die Käfer schwerpunktmäßig zwischen 150 und 250 Meter entfernt vom Ursprungsort eingefangen. Dies bedeutet, dass nach dem bisherigen Kenntnisstand der 500 Meter breite Pufferstreifen ausreicht, um die umliegenden Wälder zu schützen.“








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