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Pilz des Monats April: Lamproderma ovoideum Meyl

Schleimpilz "Lamproderma ovoideum Meyl"

Foto: Flavius Popa (Nationalpark Schwarzwald)

01.04.2017

In unserer Kategorie "Der Pilz der Woche" stellt Ihnen Mykologe Flavius Popa jeden Monat einen interessanten Pilz vor, dessen Lebensraum der Nationalpark Schwarzwald darstellt.

Lamproderma ovoideum besitzt leider keinen Deutschen Namen, vermutlich weil diese Art selten gesucht und gesammelt wird. Die Art gehört zu den Schleimpilzen (Myxomycota). Diese sind nicht mit den „echten Pilzen“ verwandt, sondern sie sind Einzeller aus der Verwandtschaft der Amöben. Dennoch wurden und werden die Schleimpilze überwiegend von Mykologen und Mykologinnen bearbeitet.

Es gibt etwa 1000 bekannte Schleimpilzarten, von denen circa 350 in Deutschland vorkommen. Schleimpilze ernähren sich überwiegend von Bakterien und nehmen diese durch umschließen in sich auf (Phagozytose). Die Einzeller schließen sich zu einem großen Verband zusammen (Plasmodium), der daraufhin auf verschiedensten Substraten - wie beispielsweise Holz - auf Nahrungssuche geht. Bei passenden Umwelt-Bedingungen bilden sich Fruchtkörper, in denen sich die Sporen befinden. Die Spore keimt anschließend wieder mit einem amöboiden Einzeller aus.

Lamproderma ovoideum hat eine sehr spezielle Ökologie. Die Art gehört zu den wenigen Arten, die man als nivicole Schleimpilze bezeichnet: das bedeutet, dass man Lamproderma ovoideum in der Regel ausschließlich zur Zeit der Schneeschmelze findet. Denn er ernährt sich von Bakterien die im Schmelzwasser vorkommen. Die metallische Farbe des Fruchtkörpers ist eine Strukturfarbe, wie sie auch bei den metallisch glänzenden Käfern vorkommt. Strukturfarbe bedeutet, dass die Oberfläche eine spezielle sehr feine Struktur aufweist. Diese streut das Licht in ganz bestimmter Weise, sodass wir Farben wahrnehmen, obwohl keine Pigmente vorhanden sind.

Die Arten nutzen gerne die Oberflächen von Brombeeren, Heidelbeeren und anderen krautigen Pflanzen, die längere Zeit von Schnee bedeckt waren, für die Ausbildung ihrer Fruchtkörper. Da der Schnee längere Zeit (mehrere Monate) konstant vorhanden sein muss, findet man die Arten nur in höheren Lagen, wie am Wilden See, Hohen Ochsenkopf oder am Schliffkopf.








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