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Pilz des Monats November: Der Purpurbraune Mutterkornpilz

Purpurbrauner Mutterkornpilz

Foto 1: Fruchtkörper des Purpurbraunen Mutterkornpilz

Mutterkorn an Roggen

Foto 2: Überdauerungsstruktur des Purpurbraunen Mutterkornpilz

01.11.2017

In unserer Kategorie "Der Pilz des Monats" stellt Ihnen Mykologe Flavius Popa jeden Monat einen interessanten Pilz vor, dessen Lebensraum der Nationalpark Schwarzwald darstellt.

Der Purpurbraune Mutterkornpilz (Claviceps purpurea (Fr.:Fr.) Tul.) gehört zu den Schlauchpilzen (Ascomycota) und ist ein Pflanzenparasit an Süßgräsern. Dabei befällt er den Fruchtknoten, sodass sich statt dem Korn eine vom Pilz gebildete Überdauerungsstruktur bildet (Foto 2). Dieses sogenannte Sklerotium überwintert im Boden.

Im Frühjahr bis Sommer keimen aus dem Mutterkorn die Fruchtkörper, die aufgrund ihrer Größe nur sehr schwer zu entdecken sind (Foto 1). Das Mutterkorn enthält eine Reihe an Wirkstoffen. Vor allem Alkaloide z.B. Ergotamin und Ergometrin, die Gefäßverängend wirken. Ein weiterer Wirkstoff ist die Lysergsäure die eine Vorstufe zum Nervengift LSD darstellt. Die Kombination der Gifte führt zu körperlichen Symptomen wie den Verlust von Gliedmaßen.

Die Lysergsäure wirkt aber auch als starkes Nervengift auf die Wahrnehmung. Im Mittelalter kam es in nassen Sommern regelmäßig zu Epidemien. Diese hatten viele Todesopfer zur Folge, da das Mutterkorn über die Mehlverarbeitung in die Nahrung gelangte. Eine der letzten nachgewiesenen Epidemien mit mehr als 10.000 Todesopfern gab es in den 1920er Jahren in Russland. Heute werden infizierte Körner automatisch aussortiert. Der Verlauf des Krankheitsbildes, auch „Antonius Feuer“ genannt wurde von dem Künstler Matthias Grünewald  um 1500-1600 auf dem Isenheimer Altar festgehalten.








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